Verwahrentgelte bei Banken und Sparkassen

Anleger sollten höchstens 100.000 Euro auf einem Bankkonto halten.

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Binz Honorarberatung GmbH
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Ob man es nun Verwahrentgelt, Negativzins oder Strafentgelt nennt: Verbunden ist damit ein Umstand, der für Bankkunden äußerst ärgerlich ist. Bankguthaben werden nicht nur nicht mehr verzinst, sondern ab einer gewissen Höhe mit einer Gebühr für das Aufbewahren belegt.

Verwahrentgelte (bzw. niedrige oder sogar negative Zinsen) sind historisch gesehen aber nichts Neues, vom 18. Jahrhundert bis ins späte 19. Jahrhundert hinein waren sie vielmehr eher die Regel als die Ausnahme.

Ein Bankguthaben ist ein unbesicherter Kredit eines Einlegers an eine Bank

Allerdings sind Verwahrentgelte bei genauerem Hinsehen für den Anleger nicht das zentrale Problem. Viel gewichtiger für ihn ist, dass Bankguthaben ab einer gewissen Höhe grundsätzlich ein Ausfallrisiko in sich bergen. Letztlich ist ein Bankguthaben nämlich nichts anderes als ein unbesicherter Kredit eines Einlegers an eine Bank — und damit an ein Finanzinstitut, das automatisch immer stark verschuldet ist.

Folglich sollte kein Anleger nennenswerte Beträge oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung (die derzeit bei 100.000 Euro liegt) auf einem Bankkonto halten oder „parken“. Spätestens seit der Eurokrise dürfte jedem Anleger klar sein, dass Banken im Einlagenbereich nicht gerade als sicherer Hort gesehen werden können [- auch wenn seitdem die gesetzlichen Regelungen in diesem Bereich ein klein wenig verschärft worden sind]. Das Ausfallrisiko von Bankguthaben ab einer gewissen Höhe ist ein grundsätzliches Problem, das dem Anleger viel mehr Kopfzerbrechen bereiten sollte als das Thema Verwahrentgelt oder Negativzinsen, auch wenn es leider nicht dieselbe mediale Aufmerksamkeit erfährt.

Sollte es erneut zu einer systemischen Bankenkrise wie zuletzt in der großen Finanzkrise vor 13 Jahren kommen, so ist es keinesfalls ausgeschlossen, dass der deutsche Staat lediglich 100.000 Euro pro Kunde-Bank-Kombination garantiert, aber eben keinen Cent mehr. Jeder darüber hinaus gehende Betrag stünde dann im Risiko. Anders gesagt: Es ist keinesfalls sichergestellt, dass der schuldrechtliche Vertrag zwischen Bankkunde und Bank auch im Fall eines Zahlungsausfalls jenseits der 100.000-Euro-Grenze bestehen bleibt.

Viele Vermögende wählen deshalb die Strategie, mehrere 100.000 Euro auf verschiedene Banken zu verteilen, um formal die staatlichen Einlagensicherungsgrenze einzuhalten. Ob man sich dadurch wirklich vor dem Ausfallrisiko wirksam schützen kann, ist fraglich. Es ist nämlich durchaus möglich, dass die nächste systemische Bankenkrise und die durch sie verursachte Wirtschafts- und Finanzkrise noch viel tiefgreifender ist als die letzte. Ob der Staat es dann noch vermag, mehrere Bankguthaben eines Anlegers bis zur 100.000-Euro-Grenze zu schützen, kann niemand mit Gewissheit sagen.

Auch wenn Verwahrentgelte oder Negativzinsen Anlegern unmissverständlich klarmachen, dass Bankguthaben, zumindest oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro, sowie die risikoärmsten Anlagen mit dem geringstmöglichen Ausfallrisiko historisch gesehen noch nie zu einer nennenswerten Vermögensbildung beitragen konnten.

Kurzum: Geld sollte man höchstens bis zu einem Betrag von 100.000 Euro auf einem Bankguthaben halten. Abgesehen davon sollte sich jeder Anleger generell darüber im Klaren sein, dass die Anlage von Vermögen in Bankguthaben noch nie der richtige Weg war, um ein nennenswertes Vermögen zu bilden. Allerdings sollte er sich vom derzeit niedrigen Zinsumfeld auch nicht dazu verleiten lassen, nun in von einigen Banken oder „Experten“ angepriesene Finanzprodukte zu switchen, mit denen man die Niedrigzinsphase angeblich „aktiv umschiffen kann“, denn hierbei handelt es sich oftmals um spekulative und damit hochriskante Finanzprodukte.

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